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Wünsche zum Neuen Jahr

Dekan Hans Peetz
Dekan Hans Peetz

 

Leben und leben lassen

„Ich lebe, und ihr sollt auch leben“ heißt die Jahreslosung für 2008. Das klingt ganz nach dem toleranten Prinzip: Leben und leben lassen; was ja auch ein gutes Motto wäre. Das Leben genießen, denn man lebt ja nur einmal. Das wäre manchen Leuten zu wünschen, dass sie Pause machen können, durchatmen, sich etwas gönnen. Kurz: leben, und nicht nur hetzen oder die Zeit totschlagen. Und leben lassen: auch dem anderen etwas gönnen, sich vielleicht sogar an seinem Erfolg freuen, ganz ohne Neid. Ob das sogar in kommunalen Wahlkampfzeiten möglich ist. Zumindest „fair play“ kann man wünschen, und Gelassenheit.

Leben lassen, das bekommt heute globale Bedeutung: dass wir so leben, dass auch die nach uns und die auf der anderen Seite der Erde leben können. Ich wünsche mir, dass auch in den USA und in Russland die Fakten der Klimaveränderung anerkannt werden. Und dass überall die Wende zur Erhaltung unserer Schöpfung eingeleitet wird. Vor allem aber muss neuer Krieg verhindert werden, auch im Atomkonflikt mit Iran.
„Leben lassen“ könnte aktiv heißen: gute Lebensbedingungen schaffen. Für junge Familien zum Beispiel Plätze in Kinderkrippen. Für alte Menschen in Pflegeheimen einen besseren Personalschlüssel. Auch das „Bündnis für Familie“ in Bayreuth kann durchaus (weitere) sichtbare Fortschritte vertragen.

Nun meint unsere Jahreslosung allerdings mehr als „Leben und leben lassen“. Es ist ein Wort von Jesus Christus, dem Auferstandenen, und verspricht Auferstehung. Dass wir immer wieder aufstehen könne, das wünsche ich für dieses Jahr: nach schweren Zeiten, Niederlagen, Fehlern, Krankheiten. Wieder auf die Beine kommen, Neues anpacken können.
In dem Gedicht „Was ich mir wünsche“ von Rudolf Otto Wiemer heißt es:

Den Mut des Grases, nach so viel
Wintern zu grünen.
Die Geduld der Spinne, die ihrer Netze
Zerstörung nicht zählt.